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Zukunft säen auf dem Blümlhof, Demeter

„Jetzt rechts abbiegen!“ Ein Straßenname ist in unserem Navi nicht mehr gespeichert, auch wenn die offizielle Adresse „Dorfen 10, Burgkirchen“ lautet. Die letzte Anweisung ist: „Dem Straßenverlauf für 1 km folgen“. Das tun wir – und erreichen am Ende der Straße tatsächlich unser Ziel: den Blümlhof. Hier ist eine Internetverbindung sowas von Zukunft – ob hier auch die Zukunft unserer Ernährung liegt oder nur ein romantisches Bild von Landwirtschaft vergangener Zeiten gepflegt wird, das wollen wir mit den anderen Besuchern im Rahmen der Öko-Erlebnistage erfahren.

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Mit Esel und Kutsche zum Roggenfeld

Esel Daniel ist vor die kleine Kutsche gespannt, die einen Sack mit Roggen-Saatgut zu der vorbereiteten Ackerfläche bringt, auf der ausgesät werden soll. Die Sorte heißt „Martin Schmidt“ (hat nicht jeder einen Freund gleichen Namens?), wird gut zwei Meter hoch und darf laut Saatgutverkehrgesetz nicht mehr kommerziell vertrieben werden. Über die Veranstaltung auf dem Blümlhof findet sie aber neue „Fans“ und vielleicht damit Einzug in den ein oder andren privaten Schrebergarten.
Die Besucher sind heute aber erst einmal vor Ort als „Mitbauern“ gefragt. Gemeinsam arbeiten, das Geerntete teilen – das ist das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft  .

Bauern und Mitbauern kümmern sich um Getreide- und Gemüsefelder, das Gewächs- und Anzuchthaus, um Hühner, Rinder und Schweine. Die Nutztierrassen in den Ställen des Blümlhofs sind woanders kaum zu finden. Wer hat schon vom „Angler Sattelschwein“, vom „Brillenschaf “, vom „Angler Rotvieh“ oder den „Hinterwälder Rindern“ gehört? Ein Demeter-Betrieb wie der Blümlhof setzt auf gefragte Nischenprodukte, auch wenn dies mehr Aufwand bedeutet.

Pragmatismus und Vision

Kutscher Wolfgang Landsberger, mit eindrucksvollem Rauschebart, und seine Frau Anna-Barbara Jockenhöfer sind Mieter auf dem Blümlhof. Er ist Schäfer, zuständig für Schafe, Bienen und die Wollverarbeitung. Seine Frau betreut vor Ort das Programm „Erlebnis Bauernhof“  des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Wer sich mit ihnen unterhält, ahnt, wie anspruchsvoll zukunftsorientierte Landwirtschaft tatsächlich ist.

Die Blümlhof-Bauern machen mit der Natur gemeinsame Sache. Doch „g’spinnerte Öko-Romantiker“ wird man hier vergeblich suchen; man trifft sympathische Visionäre, die uns erklären können, warum sie sich ganz bewusst für die ökologische Landwirtschaft entschieden haben. Und hierbei wird klar: Ein moderner Bio-Landwirt muss nicht nur die Natur, sondern auch die ökonomischen Zusammenhänge verstehen.

Wenn Städter Roggen säen

Aber jetzt lockt erst einmal das Praktische. Nach wenigen hundert Metern sind wir schon an „unserem“ Acker. Hier ist alles für die Aussaat des Roggens vorbereitet. Als Orientierung für das gleichmäßige Ausbringen der Körner dienen weiße Stöcke, die in regelmäßigen Abständen in den Boden gesteckt worden sind. Nach kurzer Anweisung macht sich die Öko-Erlebnisgruppe konzentriert auf den Weg von A nach B: „Eine Handvoll Körner in die Hand nehmen, dann in einer gleichmäßigen Bewegung zunächst ein Drittel der Menge nach links, dann im Schwung die restlichen zwei Drittel nach rechts aussäen“. Auf den ersten Metern wirkt der verlangte Schwung noch etwas gebremst, doch dann haben die Besucher den Bewegungsablauf verinnerlicht.

Der Vortrag von Gisela Sengl, selbst Hofbetreiberin im 30 km entfernten Chiemgau, gibt Anregungen, die Natur wieder mit interessierten Augen zu sehen und dieses Interesse weiterzugeben. Warum ist die Bio-Karotte krumm? Warum finden wir nur noch rund 20 Apfelsorten im Supermarkt?

Die Zukunft in der Hand der Verbraucher

Es dämmert – und alle Besucher sind eingeladen, die Produkte des Hofs zu probieren, darunter auch die leckeren selbst gebackenen Bio-Brötchen aus Martin-Schmidt-Roggen. Schnell finden sich kleine Gruppen, die angeregt miteinander diskutieren oder fachsimpeln – wobei sich Gourmet- und Politikthemen die Waage halten, scheint es. Und Esel Daniel kommentiert lautstark aus seinem Stall.

Mehr Informationen zum Blümlhof und der Solidarischen Landwirtschaft unter: www.solidarische-landwirtschaft.com

 

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