30 Prozent Ökolandbau in Bayern: LVÖ und Bio-Branche stehen bereit

Neumarkt/ OPf., 08.09.2019: Seit Ende Juli ist es offizielles Ziel des Freistaats Bayern: Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Bayern bei 30 Prozent liegen. Um dieses Ziel zu erreichen führt die Bayerische Staatsregierung die Initiative BioRegio Bayern 2020 mit teilweise neuen Schwerpunkten als BioRegio 2030 weiter. Auf der Festveranstaltung zu den Bio-Erlebnistagen 2019 am 8. September in Neumarkt i.d. Oberpfalz versicherte Hubert Heigl, 1. Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ) dem anwesenden Bayerischen Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker: „Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern und die gesamte bayerische Bio-Branche stehen bereit, die Staatsregierung bei der Ausgestaltung und Umsetzung von BioRegio 2030 nach Kräften zu unterstützen!“

Unter dem Motto „Wir feiern die Vielfalt!“ hatte die LVÖ Bayern als Veranstalterin der Bio-Erlebnistage gemeinsam mit der Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG in die Festsäle der Residenz in Neumarkt in unmittelbarer Nähe zur Brauerei geladen. Rund 130 Gäste aus Politik, Verwaltung und der ökologischen Landund Lebensmittelwirtschaft waren gekommen, um die beliebte Veranstaltungsreihe zu feiern, bei der heuer bereits zum 19. Mal bei über 300 Veranstaltungen Betriebe der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Bayern ihre Türen und Tore für interessierte Besucher öffnen. Die LVÖ freute sich besonders über die Anwesenheit des Staatsministers der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker. Hubert Heigl, 1. Vorsitzender der LVÖ, bedankte sich bei ihm für die gute Zusammenarbeit mit der Staatsregierung und die Unterstützung der Bio- Erlebnistage.

 

Bio-Erlebnistage: Wissen, Bewusstsein und Wertschätzung

Hubert Heigl führte in seiner Rede aus, wie wichtig die Bio-Erlebnistage sind, um den Mehrwert von ökologisch erzeugten Bio-Produkten für Umwelt und Gesellschaft zu kommunizieren: „Durch den direkten Kontakt zwischen Erzeuger und Verbraucher und durch die Verbindung von Transparenz und Information einerseits und emotionaler Verbundenheit anderseits entstehen Wissen, Bewusstsein und Wertschätzung“. Heigl betonte, dass es aber auch Aufgabe der Politik sei, Wissen, Bewusstsein und Wertschätzung zu vermitteln, damit schließlich auch eine weiter steigende Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten entstehen könne: „Es ist deswegen vollkommen richtig, dass die Staatsregierung bei der Weiterentwicklung der Initiative BioRegio Bayern 2020 zu BioRegio 2030 einen Schwerpunkt in diesem Bereich setzen will.“ Bayern verfüge dank der jahrzehntelangen Arbeit der Verbände und Unternehmen über sehr gute Voraussetzungen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten. Auf diesem Fundament lasse sich nun gemeinsam aufbauen. Das Bayerische Bio-Siegel sei hier ein wichtiges Instrument, das durch eine umfassende Informations- und Marketingstrategie für bayerische Bio-Produkte ergänzt werden müsse.

 

Absatz steigern: Bio in staatlichen Kantinen

Heigl forderte aber auch eine direktere Form der Absatzsteigerung durch die öffentliche Hand, „durch Mindestanforderungen für den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in staatlichen Kantinen, die dem Ausbauziel 30% entsprechen und durch ein gemeinsam mit der Bio-Branche zu entwickelndes Gesamtkonzept für den Bereich der Außer-Haus-Verpflegung“.

 

Forschung und Bildung für den Ökolandbau konsequent stärken

Wissen, Bewusstsein und Wertschätzung sei nicht nur auf der Seite der Verbraucherinnen und Verbraucher vonnöten, sondern auch im Bereich der Landwirtschaft und allen Berufsfeldern, die mit der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln zu tun haben. Die Staatsregierung gehe deshalb den richtigen Weg, indem sie Forschung und Ausbildung zu weiteren zentralen Bereichen der Strategie BioRegio 2030 für den Ausbau des Ökolandbaus in Bayern erklärt habe. Die bisher vorhandenen Ansätze gelte es nun gemeinsam mit der Branche konzeptionell auszuarbeiten und konsequent umzusetzen. „Am Ende wird es auf den Einsatz von finanziellen Mitteln und Personal ankommen – hier muss in allen für den Ökolandbau relevanten Feldern das nun festgelegte Ausbauziel maßgeblich sein“, machte Heigl deutlich.

 

Gastgeber Neumarkter Lammsbräu

Gastgeber der Festveranstaltung zu den Bio-Erlebnistagen 2019 war die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG. Die Bio-Brauerei mit eigener Mälzerei hat bereits in den 70er Jahren Umweltschutz in ihren Unternehmenszielen verankert und zählt heute zu den nachhaltigsten Getränkeherstellern der Welt.

 

Foto: Johannes Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu), Hubert Heigl (1. Vorsitzender der LVÖ Bayern), Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister der Finanzen und für Heimat und Cordula Rutz (Geschäftsführerin LVÖ Bayern).

Bildnachweis: LVÖ Bayern

V.i.S.d.P.: Cordula Rutz

Der Bio-Spätsommer in Bayern: Jetzt geht´s los!

Eine ungefähre Vorstellung von „Bio“ hat jeder. Aber was genau bedeutet es, wenn Wiesen, Felder und Tiere „bio“ sind? Was macht ein Bio-Bauer oder ein Bio-Bäuerin anders und was passiert im Bio-Weinberg? Wie arbeitet eine Bio-Käserei oder eine Bio-Bäckerei? Und wie genau schmeckt „Bio aus Bayern“?

Über 300 Bio-Erlebnistage in ganz Bayern
Vom 31. August bis zum 6. Oktober geben über 300 Bio-Erlebnistage in ganz Bayern die Antworten auf diese Fragen. Nach der Devise „Bio mit allen Sinnen erleben!“ laden Bio-Landwirte, Bio-Winzer und Bio-Gärtnereien, verarbeitende Bio-Betriebe, Naturkostläden, Bio-Gastronomen und Ökomodellregionen zu sich ein. Bio-Erlebnistage: Das sind Besichtigungen, die tiefe Einblicke in die Arbeitsweise eines Bio-Betriebes geben und bei denen der Chef oder die Chefin höchstpersönlich alle aufkommenden Fragen beantwortet. Oder geführte Radltouren durch Öko-Modellregionen, bunte Bio-Märkte, Weinproben, Theaterstücke und Ausstellungen. Das reichhaltige Programm der Bio-Erlebnistage bietet Koch- und Backkurse und Gemeinschaftsaktionen wie Honigschleudern oder Apfelernte auf der Streuobstwiese. Und natürlich gibt es bei den Bio-Erlebnistagen jede Menge zu feiern: Auf liebevoll gestalteten Hof- und Erntedankfesten warten neben der köstlichen Bio-Bewirtung auch jede Menge spannende Programmpunkte auf die Besucherinnen und Besucher, bei denen insbesondere Kinder das Leben und Arbeiten auf dem Bio-Hof erkunden können.

Bitte kosten!
Bei allen Veranstaltungen der Bio-Erlebnistage gilt: bitte kosten! In bayerischen Bio-Produkten steckt viel Leidenschaft und Verantwortung für die Umwelt. Und klar: Ihr einzigartiger Geschmack und ihre herausragende Qualität lassen sich genau dort, wo sie entstehen, auf ganz besondere Art genießen. Also auf in den Bio-Spätsommer, auf zu unvergesslichen Erlebnissen in und mit der bayerischen ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft!

Alle Veranstaltungen in der Übersicht

Nutzen Sie gerne auch selbst die Gelegenheit für einen Bericht: Jede Veranstaltung bietet eine gute Gelegenheit für Bilder, authentische O-Töne und viel Atmosphäre – eben Bio zum Anfassen und Erleben. Kommen Sie vorbei und berichten Sie über Ihr Bio-Erlebnis, Sie sind herzlich willkommen!

Weitere Informationen:

Hintergrund: 30 Prozent Ökolandbau in Bayern
Bio begeistert, Bio bewegt – in der Stadt wie auf dem Land. Durch die Annahme des Volksbegehrens zur Rettung der Artenvielfalt ist das neue Bayerische Naturschutzgesetz entstanden, das ambitionierte Ziele für den Ausbau des Ökolandbaus in Bayern setzt. Bis zum Jahr 2030 sollen 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Bayerns ökologisch bewirtschaftet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bayerische Staatsregierung am 30. Juli angekündigt, die bisherige Initiative BioRegio Bayern 2020 fortzuführen. Das neue Programm „BioRegio 2030“ setzt einige neue Schwerpunkte. Zum Beispiel sollen Nachfrage und Absatz für Bio-Produkte aus Bayern u.a. dadurch gesteigert werden, dass insbesondere in den staatlichen Kantinen das Angebot an Bio-Essen deutlich steigt. Außerdem soll das Bayerische Bio-Siegel durch entsprechende Maßnahmen bekannter gemacht werden und die Bio-Erlebnistage sollen auch künftig den Menschen in Bayern Wissen rund um ökologische Lebensmittel aus Bayern vermitteln.

Partner der Bio-Erlebnistage
Die bayerischen Bio-Erlebnistage sind eine Veranstaltung der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) mit ihren Anbauverbänden Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ Bayern) vertritt als Dachverband der Öko-Verbände Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter die Interessen des Ökolandbaus in Bayern. Der Ökolandbau und die Öko-Lebensmittelwirtschaft in Bayern stehen für mehr als 50.000 Beschäftigte, mehr als 3 Milliarden Euro Jahresumsatz, über 10.000 landwirtschaftliche Öko-Betriebe auf mehr als 350.000 ha Fläche und über 3.000 Öko-Verarbeitungs- und Handelsbetriebe.

Heidi Kelbetz
Landesvereinigung für den
ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ)
Landsberger Straße 527
81241 München

Tel.: 089/442 319 00
Fax: 089/442 319 029
Email: presse@lvoe.de

www.lvoe.de
www.bayerns-beste-bioprodukte.de
www.bioerlebnistage.de

Festveranstaltung Bio-Erlebnistage mit Ministerin Kaniber am 8. September in Neumarkt/ OPf

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits zum 19. Mal finden vom 31. August bis 6. Oktober 2019 die „Bio-Erlebnistage“ in Bayern statt. Dazu lädt die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) zusammen mit der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,
Michaela Kaniber herzlich ein.


Die Festveranstaltung „Wir feiern die Vielfalt!“ mit Staatsministerin Michaela Kaniber findet am 8. September um 14 Uhr in den Festsälen der Residenz in Neumarkt i.d. OPf. statt. Gastgeber der Festveranstaltung zu den Bio-Erlebnistagen in diesem Jahr ist die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG. Die Bio-Brauerei mit eigener Mälzerei hat bereits in den 70er Jahren Umweltschutz in ihren Unternehmenszielen verankert und zählt heute zu den nachhaltigsten Getränkeherstellern der Welt. Gerne laden wir Sie am 8. September um 12.30 Uhr zu einer Führung durch die Brauerei ein.


Bei den Bio-Erlebnistagen vom 31. August bis zum 6. Oktober 2019 heißt es wieder: große Bühne für Bio in Bayern! Bio-Erzeuger und Bio-Verarbeiter, Bio-Händler, Bio-Gastronomen und Ökomodellregionen in ganz Bayern haben ein herrlich buntes Veranstaltungsprogramm zusammengestellt. Auf Hoffesten oder Führungen durch den Weinberg, bei Radltouren, gemeinsamen Ernteaktionen oder Koch- und Backkursen informieren sie aus erster Hand über den ökologischen Landbau und die große Vielfalt der Bio-Produkte aus Bayern.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch am 8. September und Ihre Berichterstattung! 

 

PROGRAMM 8. September 2019

  • 12.30 Uhr Führung durch die Betriebsgebäude der Neumarkter Lammsbräu, Amberger Straße 1, 92318 Neumarkt.
  • Begrüßung der Pressevertreter durch Heidi Kelbetz (LVÖ) und Kathrin Englmann-Moosburger (Neumarkter Lammsbräu).
  • 14.00 Uhr Ankunft der Ministerin. Fototermin im Sudhaus der Neumarkter Lammsbräu.
  • ca. 14.20 Uhr Beginn der Veranstaltung
  • Begrüßungsrede Hubert Heigl, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern e. V.
  • Ansprache Michaela Kaniber, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Wir feiern die Vielfalt: ausgewählte Bio-Betriebe stellen sich vor
  • Johannes Ehrnsperger, Inhaber/Geschäftsführung Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG: Von Landwirten, Lieferketten und Lebensqualität – Wie eine Brauerei Verantwortung und Genuss vereint
  • Imbiss, Kaffee und Kuchen – natürlich in Bio-Qualität
  • Informationsstände der Öko-Anbauverbände, der Öko-Modellregion Neumarkt i.d.OPf. und der LVÖ
  • Ende der Veranstaltung: gegen 16.30 Uhr

 

Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ)
Landsberger Straße 527
81241 München
E-Mail: info@lvoe.de
www.bioerlebnistage.de

Die Bio-Erlebnistage sind eine Veranstaltung der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) e. V. mit ihren Mitgliedsverbänden Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

 

BIO-ERLEBNISTAGE 2019: HINTERGRUND

Bereits seit 2001 finden die Bio-Erlebnistage jährlich statt: Auch in der 19. Ausgabe informieren die Veranstalter aus erster Hand über den ökologischen Landbau in Bayern. Ein direkter Austausch mit den Erzeugern ist ebenso erwünscht wie das aktive Mitmachen – besonders für Familien mit Kindern gibt es ein vielfältiges Erlebnisprogramm. Gemeinschaftliche Apfelernte oder Weinlese, Radltouren durch Ökomodellregionen, Brotbackkurse, Hoffeste und spannende Betriebsführungen sind nur ein kleiner Ausschnitt des facettenreichen Programms. Knapp 300 Veranstaltungen in allen Ecken Bayerns machen für die Besucherinnen und Besucher direkt greifbar, wie viel Leidenschaft und Verantwortung in regionaler Bio- Qualität stecken.

Die große Zahl an Veranstaltungen spiegelt die positive Entwicklung der Bio-Lebensmittelwirtschaft in Bayern in den letzten Jahren wider. Aktuell wirtschaften in Bayern über 10.000 Betriebe auf einer Fläche von rund 350.000 Hektar nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. In den nachgelagerten Bereichen der Verarbeitung und Regionalvermarktung von Bio-Lebensmitteln entwickelt sich die Branche ebenfalls erfreulich, sowohl in der Anzahl der Unternehmen als auch in Ausbau und Professionalisierung der bestehenden Betriebe. Das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt den Ökolandbau in Bayern mit der Initiative BioRegio 2030. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der ökologischen Landwirtschaft im Freistaat bei 30 Prozent liegen. Die LVÖ Bayern e.V. mit ihren Mitgliedsverbänden Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter setzt sich intensiv für die Gestaltung der entsprechenden Rahmenbedingungen wie Förderung, Forschung, Ausbildung und Entwicklung der Vermarktungsstrukturen ein.

Mit den Bio-Erlebnistagen erhalten alle Gäste Gelegenheit, hinter die Kulissen der Entstehung von regionalen Bio-Lebensmitteln zu schauen. Zahlreiche Betriebe öffnen ihre Tore, bieten wertvolle Einblicke und vermitteln auf unterhaltsame Weise Wissen rund um die ökologische Lebensmittelwirtschaft.

Sowohl die Festveranstaltung am 8. September als auch die zahlreichen Veranstaltungen der Bio-Erlebnistage im Spätsommer stehen für das bewusste Erleben des Mehrwerts von Bio-Lebensmitteln aus der eigenen Region für die eigene Umgebung: Umwelt- und Ressourcenschutz, Erhalt der Artenvielfalt, Stärkung der Region durch regionale Wirtschaftskreisläufe.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bioerlebnistage.de, www.lammsbraeu.de

facebook.de/bio-erlebnistage instagram.com/bioerlebnistage

Bayerns Biokönigin kommt nach Deggendorf: „Jeder sollte erfahren, wo die Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt werden“

(30.07.2019) Zurück zu den Ursprüngen: Als Studentin hat sie in Deggendorf gelebt – jetzt kehrt Carina Bichler als Biokönigin zurück an den Ort, an dem sie so gerne studiert hat. Im Leben der 28-Jährigen hat sich vieles geändert, seit sie vor rund einem Jahr das Amt übernommen hat. Sie ist die zweite Königin dieser Art in Bayern und die einzige in Deutschland. Ihr Ziel: „Die Menschen zum Nachdenken anregen.“ Die gebürtige Unterallgäuerin beteiligt sich auch an der BR-Radltour und will dabei das Bayerische Bio-Siegel bekannter machen. Am Donnerstag hält die Tour mit mehr als 1.000 Teilnehmern in Deggendorf und auch Carina Bichler wird vor Ort sein, um mit allen Interessierten zu sprechen. Im unserem Interview spricht sie über ihre Aufgaben als Biobotschafterin, ihre Studienzeit in Deggendorf, die Zukunft des Biolandbaus und über ihre persönlichen Wünsche. 

 

Frau Bichler, Ihr Amt ist einmalig in Deutschland. Wie kamen Sie darauf, sich als Biokönigin zu bewerben? 

Der Ökoanbauverband Bioland hat mich darauf angesprochen, was ich als große Ehre empfand. Ich habe mich dann ganz bewusst dafür entscheiden, für das Amt zu kandidieren, weil es eine wahnsinnig spannende Gelegenheit ist, für den Ökolandbau zwei Jahre als Botschafterin unterwegs zu sein.

Biokönigin zu sein ist ehrenamtliche Arbeit. Warum widmen Sie einen großen Teil Ihrer Freizeit diesem Amt?

Mir ist der ökologische Landbau einfach eine Herzensangelegenheit! Ich komme selbst von einem Bioland-Betrieb im Unterallgäu und bin damit aufgewachsen. Ich finde es wichtig, dass wir den Ökolandbau weiter vorantreiben und bekannter machen. Als Biokönigin möchte ich dazu beitragen, dass Bio nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Menschen das Natürlichste der Welt wird und dass auch den Menschen, die sonst mit Landwirtschaft nicht so in Kontakt kommen, mehr Informationen zugänglich gemacht werden.

Nun kosten viele Bioprodukte auch etwas mehr. Haben Sie als Studentin mit schmalem Geldbeutel trotzdem darauf geachtet, Bioprodukte einzukaufen?

Ja, das war für mich eine totale Gewohnheit und ich kannte ja nur die Biopreise. Ich weiß aufgrund meiner Erfahrungen und meiner Herkunft natürlich auch, dass etwa ein Preis von 60 Cent für ein Bund herkömmlicher Radieschen einfach nicht realistisch sein kann – dass so ein Preis immer zu Lasten der Erzeuger und meistens auch der Umwelt geht. Wenn ich regional und saisonal einkaufe und frisch koche, dann kann ich mir Bio auch als Studentin leisten. Ich koche viel vegetarisch, das ist auch ein wichtiger Punkt. Denn gutes Fleisch, bei dem die Qualität und die Haltungsbedingungen der Tiere stimmen, hat seinen Preis! Mir ist es einfach wichtig, gut zu essen.

Sie haben drei Jahre in Deggendorf studiert. Konnten Sie die Kommilitonen mit Ihrer Haltung anstecken? 

Ja, meine Freundinnen und Freunde haben durch unsere Begegnungen und Gespräche selbst begonnen, sich mit Biothemen zu befassen. Man guckt sich das untereinander halt so ab und es findet automatisch ein Umdenken statt. Und wenn ich die heute wiedertreffe, sehe ich oft ein verändertes Einkaufsverhalten.

Nun sind Sie seit fast einem Jahr im Amt – was konnten Sie in den vergangenen Monaten als Biokönigin erreichen?

Ich spreche beinahe jede Woche bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen mit vielen Menschen, die ich gerne zu einem Umdenken inspirieren möchte. Neulich war ich zu Gast in Nordhessen und habe dort engagierte Studenten getroffen, aber auch ganz normale Bürger. Die haben mir viele Fragen zu den Zusammenhängen rund um die Biolandwirtschaft gestellt. So kann ich Unklarheiten beseitigen und meinen Beitrag für Bio leisten.

Wie müssen wir uns Ihre Tätigkeiten und Reisen als Biokönigin genau vorstellen? 

Ich bin auf Messen wie z. B. der Internationalen Grünen Woche in Berlin oder der Biofach in Nürnberg im Einsatz. Dort werden auch Bayerns beste Bioprodukte und die schönsten Veranstaltungen der Bio-Erlebnistage ausgezeichnet. Dazu kommen Auftritte bei weiteren Messen, auf Märkten, Hoffesten oder auch politischen Veranstaltungen. Jetzt im Juli war ich vier Tage beim Deutschen Königinnentag unterwegs, zudem war ich auf dem Sommerfest des Bayerischen Landtags aktiv. Hinzu kommen so ein bis zwei Pressetermine pro Monat. Auch auf Agrarschauen bin ich vertreten und treffe dort gleichermaßen auf absolute Fachleute sowie auf Laien, die sich schlau machen wollen.

Wie unterscheidet sich Ihr Amt von den zahlreichen Produktköniginnen, etwa der Hopfen-oder der Milchkönigin? 

Die anderen Königinnen stehen immer für ein Produkt. Ich vertrete im Gegensatz dazu die gesamte Biobranche, also die Ökolandwirtschaft und die Bioverarbeiter mit ihren Produktionsweisen.

 

 

 

Seit 2015 gibt es das „Bayerische Bio-Siegel“, für das Sie mit Ihrem Amt auch werben. Wofür steht das Siegel? 

Das Tolle am Bayerischen Bio-Siegel ist, dass es den Verbraucher noch einmal genau über die exakte Herkunft des Produktes und der Rohstoffe informiert. Das Siegel kennzeichnet nur Bioprodukte, die vollständig in Bayern erzeugt und verarbeitet beziehungsweise mit bayerischen Biorohstoffen hergestellt wurden. Die Kennzeichnung sorgt für Klarheit beim Einkauf, schließlich wollen die Menschen ja mehr Bioprodukte aus der Region kaufen. Dem Bayerischen Bio-Siegel liegen die strengen Richtlinien der vier Ökoanbauverbände Bioland, Biokreis, Demeter und Naturland zugrunde.

Nun umfasst nachhaltiges Verhalten mehr als die richtige Auswahl an Nahrungsmitteln. Wie sehr beschäftigt Sie das? 

Ich sehe meine Aufgabe durchaus als ein ganzheitliches Einsetzen für den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Zum Beispiel ist mein Königinnendirndl von einem Label, das Upcycling-Trachtenmode designt. Hier werden fehlerhafte Reststoffe aus der Modeindustrie wiederverwertet – denen man die Fehler aber nicht ansieht! Normalerweise werden diese Stoffe gelagert oder irgendwann verbrannt. Außerdem trage ich Schuhe aus biozertifiziertem, pflanzlich gegerbtem Leder, und auch meine Handtasche ist aus pflanzlich gegerbtem Leder. Es ist mir wichtig, bei meinen Auftritten solche Alternativen aufzuzeigen.

Zurück zu Ihrer Studienzeit: Was hat für Sie das Leben in der Stadt Deggendorf besonders ausgezeichnet? 

Ich schätze an Deggendorf sehr, dass es keine typische Kleinstadt ist, aber mit 37.000 Einwohnern auch definitiv weit entfernt ist von einer anonymen Großstadt. Untypisch ist der große Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung. Das belebt die Stadt und die Kulturszene. Ich war immer schnell in der Natur, an der Donau oder im Bayerischen Wald. Man erreicht außerdem alles zu Fuß oder mit dem Rad. Durch diese Art von Leben und Studieren habe ich für mich persönlich gemerkt, dass ich in die Biobranche möchte. Meine Praktika habe ich dann direkt in diesem Bereich gemacht. Angeschlossen habe ich dann noch ein englischsprachiges Masterstudium in Agricultural Economics.

Nun kommen Sie zurück nach Deggendorf. Was haben Sie vor? 

Am 1. August macht die Radltour des Bayerischen Rundfunks Zwischenstopp in Deggendorf. Erwartet werden am späten Nachmittag mehr als 1.000 Radler und viele Tagesgäste. Im Ankunftsbereich gibt es einen Pavillon zum Bio-Siegel – da werde ich alle Fragen rund um meine Tätigkeit als Biokönigin, das Bio-Siegel und ein ökologischeres Leben beantworten. Ich freue ich mich auf viele spannende Gespräche!

Und worauf freut sich die Privatperson Carina Bichler am meisten? 

Für mich ist es einfach schön, nach längerer Zeit zurückzukommen nach Niederbayern. Ich habe die Gelegenheit, alte Freunde zu treffen. Zudem will ich sehen, wie sich die Stadt entwickelt hat. Und: Ich freue mich auch schon sehr auf das Konzert von Mark Forster!

Wenn Sie dann am Ende Ihrer Amtszeit als Bayerische Biokönigin noch drei Wünsche frei hätten, welche würden Sie sich erfüllen? 

Ein Riesenwunsch wäre mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung und im Außer-Haus-Verzehr! In den meisten Restaurants, aber auch Kitas, Schulen, Krankenhäusern oder Kantinen ist das Angebot von Bio noch sehr begrenzt. Ich wünsche mir zudem mehr Bildungsangebote zur Ernährung und Biothemen in Kindergärten sowie Schulen. Jeder sollte erfahren, wo die Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt werden. Damit man dann selbst wählen kann! Und ich wünsche mir, dass die Menschen einfach neugierig bleiben, und möglichst viel selbst kochen mit dem, was in ihrer Region und in der jeweiligen Jahreszeit wächst! 

 

Treffen Sie die Biokönigin: 

1. August 2019 ab 17 Uhr

Volksfestplatz Deggendorf

Stand des Bayerischen Bio-Siegels,
Standnummer 11




Pressekontakt:

Heidi Kelbetz
089 / 4423190-16
presse@lvoe.de

Kaniber schafft 15 neue Öko-Modellregionen in Bayern

Bayern baut seine Spitzenstellung im Öko-Landbau aus. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat das Landesprogramm zur Stärkung des regionalen Öko-Landbaus kräftig verstärkt. Künftig wird es in Bayern 15 neue staatlich anerkannte Öko-Modellregionen geben. „Ich möchte damit ein deutliches Zeichen setzen. Die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität ist äußerst wichtig“, erklärte Kaniber.

Die 15 Regionen sind die Gewinner einer dritten Wettbewerbsrunde, bei der Kaniber zunächst sechs neue Modell-Regionen ausloben wollte. Das Interesse an dem Wettbewerb war aber so groß und die Bewerbungen so qualitativ hochwertig, dass die Ministerin nun 15 Regionen zu Öko-Modellregionen erklärt. Eine Jury, besetzt unter anderem mit Vertretern aus der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Landesvereinigung für den Ökologischen Landbau und des Bund Naturschutz, haben die Bewerbungen geprüft und diese 15 Regionen als gut geeignet bewertet. 

In den Öko-Modellregionen, die zur Optimierung des Volksbegehrens zur Artenvielfalt dienen, werden zukunftsfähige Projekte zur Entwicklung des ökologischen Landbaus umgesetzt, regionale Wertschöpfungsketten etabliert und das Bewusstsein der Bevölkerung für bio-regionale Ernährung gestärkt. Erzeuger, Verarbeiter, Vermarkter und Konsumenten werden damit regional vernetzt. „Das Ganze funktioniert auf freiwilliger Basis und ohne gesetzliche Vorgaben“ betonte die Ministerin. „Ich will, dass die Menschen die Produkte der Landwirte in ihrer Heimat wieder schätzen lernen und sich bewusst werden, dass regionale Produktion die nachhaltigste ist“, sagte sie.

Die Öko-Modellregionen werden vom Ministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten unterstützt. 75 Prozent der Kosten für die Projektleiter-Stelle vor Ort werden bezahlt, maximal bis zu 75.000 Euro im Jahr. Die Förderung läuft zwei Jahre, kann aber um weitere drei Jahre verlängert werden. Das Gesamt-Fördervolumen beläuft sich auf knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr. 

Bislang gab es zwölf Öko-Modellregionen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Landesprogramms „BioRegio Bayern 2020“, mit dem die Staatsregierung seit 2012 den Ökolandbau in Bayern unterstützt. Mittlerweile hat sich die Staatsregierung in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, mittelfristig die Ökofläche in Bayern zu verdoppeln. Derzeit bewirtschaften etwa 9.900 Ökobetriebe im Freistaat eine Fläche von über 350.000 Hektar.

 

Die 15 neuen Öko-Modellregionen:

Fränkische Schweiz (Kommunen der Landkreise Bayreuth und Forchheim)
Günztal (Kommunen der Lkr. Ostallgäu und Unterallgäu), 
Hochries-Kampenwand-Wendelstein (im Landkreis Rosenheim)
Integrierte Ländlichen Entwicklung (ILE) IKom-Stiftland (im Landkreis Tirschenreuth)
ILE Kulturraum Ampertal (im Lkr. Freising)
ILE Passauer Oberland (im Lkr. Passau)
Inn-Salzach (im Lkr. Altötting)
Landkreis Ostallgäu
Naturparkland Oberpfälzer Wald (im Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab)
Obermain-Jura (Kommunen der Lkr. Lichtenfels und Bamberg)
Paartal (Lkr. Aichach-Friedberg)
Pfaffenhofener Land (Lkr. Pfaffenhofen)
Region Regensburg (Stadt und Landkreis)
Siebenstern (im Lkr. Wunsiedel) 
Stadt.Land.Augsburg (Stadt und Landkreis).

Bio-Erlebnistage 2019: mit attraktiven Veranstaltungen begeistern

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Beim zweiten Bio-Erlebnistage-Seminar für Veranstalter konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von kreativen Aktionsideen aus der Öko-Modellregion Waginger See-Rupertiwinkel inspirieren lassen und von Referent Stefan Rettner lernen, was bei der Planung einer Veranstaltung in punkto Programm, Hygiene und Betriebswirtschaft zu beachten ist. (mehr …)